Binoche's Krankheit - Neospora Caninum

24. März 2014 happy, happy Burzeltag Binoche. Heute wirst Du, aller Unkenrufe zun Trotz, 8 Jahre

bestes RR-Dreibein der Welt :-)

25. August 2012

seit nunmehr fast 1 1/2 Jahren bekommt Binoche Gabapentin. Gabapentin wird bei neuropathischen Schmerzen eingesetzt und hat bei Binoche eine sehr gute Wirkung. Das manische Lecken und Nagen beschränkt sich auf knabbern und lecken der Gelenke. Sie lässt sich aber auch gut abrufen. Allerdings mußte die Dosis von 300mg auf 400mg tgl. erhöht werden. Sie ist am 24.März sechs Jahre alt geworden! Und wenn man sich diese lebensfrohe Hündin anschaut .....

22. April 2011

wir haben für Binoche ein neues Medikament und nach ein paar Tagen hörte das zerstörerische Lecken auf. Seit zwei Tagen trägt sie weder Bandagen noch Socken! Die offenen Stellen sind fast geschlossen - wir schöpfen wieder Hoffnung

24 März 2011 - Binoche, das Wunder auf drei Beinen kämpft sich mittlerweile seit 5 Jahren durchs Leben

seit Januar verschlechtert sich der Zustand leider. Binoche ist fast schon
manisch mit lecken der Gelenke beschäftigt. Das tägliche salben und verbinden
hilft leider nur solange, bis sie die Binden (selbst die speziellen mit
Bittergeschmack - wird bei Pferden eingesetzt!) durchgebissen hat. Auch die Schuhe sind oft Opfer von Verbiss. Schmerzmittel helfen nicht. Bleibt noch eine
Cortison -Behandlung. Es ist wohl kein Schmerz sondern eher kribbeln in den
Gelenken. Wir sind fast soweit ihr einen Maulkorb an zuziehen.

2010 - es wurde die angenommene Arthrose in den drei Pfoten röntgenologisch
nachgewiesen

2007 - Fast vier Monate nach der Amputation:

Binoche geht es derzeit blendend. Sie darf jeden Tag zwischen einer halben und einer Stunde mit den anderen Hunden unseres Rudels Toben und Spielen. Dafür fahren wird mit unserem "Dreibein" in eine alte Sandkuhle in der Nähe, an einen See im Wald oder auch an den Strand. Das sind die aktuellen Bilder vom Sonntag, 04. November 2007. Binoche hat Spaß !


Binoche am Strand bei Lindhöft

Alané verfolgt von Binoche

Binoche mit Safara, Alané und Ainra

Wasserfloh Binoche mit Alané
Leider sind alle Versuche die Pfote von Binoche zu retten fehlgeschlagen. Zwar ist nach der Amputation einer Zehe alles in diesem Bereich sehr gut verlaufen – aber die offene Stelle über dem Gelenk hat sich leider nicht wieder geschlossen - im Gegenteil. Das Fettgewebe ist völlig abgebaut:
Am 19.07.07 wurde das gesamte Bein, bis zum Oberschenkel, abgenommen. Unsere Vorstellung, mit einer Prothese der Hündin das Bein retten zu können, ist leider nur ein Wunschtraum gewesen. Die Auswirkungen der Neosporosen sind brutal zerstörerisch, auch wenn die aktiven Erreger durch starke Antibiotika (Fast ein Art Chemotherapie) bereits nach Indikation abgetötet wurden.
Unsere einzige Hoffnung liegt nun darin, daß nach der Abnahme des gesamten Beines das Übel mit der Wurzel entfernt ist und es nicht weitergeht. Die Organe sind nach nunmehr 16 Monaten (so alt ist ja auch) schwer belastet. Auch kann zur Zeit eine Schilddrüsenfehlfunktion nicht ausgeschlossen werden – was allerdings wegen des bis dato notwendigen Cortisons - nicht getestet werden kann.
Morgens um 8 wurde Sie narkotisiert und um 17 Uhr haben wir die Kleine wieder abgeholt. Die ersten Stunden waren schlimm. Sie wollte/mußte sich lösen – konnte aber weder selbständig aufstehen, noch sich bewegen. Wir haben ihr ein Geschirr (mit Haltegriff oben) angezogen und unter dem Bauch ein Handtuch umgelegt, um sie zu stabilisieren. Dennoch war der Anfang sehr schwierig. Mitten in der Nacht konnte sie dann den Blaseninhalt nicht mehr halten – aber auch nicht im stehen urinieren – so lag die Arme dann auf dem Rasen und hat sich über das gesunde Bein uriniert. Es war ein trauriges Bild und die Frage, ob dies der richtige Weg war, kam sofort wieder auf.
20.07.07 Es begann, wie es in der Nacht endete – Binoche konnte sich nicht bewegen oder stehen. Unsere Unterstützung half auch nicht. Der halbe Tag war um und sie hatte sich wieder nicht gelöst.
Ständig fuhren wir sie in der Schubkarre (damit transportierte ich, Silvia, sie hin und her wenn Holger nicht zu Hause ist. Ich mußt zur Kontrolle zur TA und damit die Hündin ins Auto bekommen) in den Garten. Und damit sie unter Aufsicht war, nahmen wir sie einfach so überall im Haus mit hin.
Abends, nach vielem Bauchmassieren, wollten wir mit Hilfe von krampflösenden Zäpfchen Entspannung herbeiführen. Als Holger sich auf den Weg zum TA machte, um diese zu holen, ich kurz in der Küche etwas aus dem Schrank nahm – stand Binoche auf. Als ich nicht ganz eine Minute später in den Garten zurückkehrte löste sie sich. Ich jubelte innerlich und Holger konnte den Trip zum TA abbrechen. Sie lief autark auf ihren drei Beinen umher.
Danach ging es stetig bergauf. Und die Schubkarre konnte wieder in den Gartenunterstand.
22.07.07 Binoche hat nur noch auf dem Laminat Schwierigkeiten beim Aufstehen. Das Parkett, die Fliesen und sonstige feste Untergründe hat sie sicher unter den Pfoten. Sie "rennt" schon ziemlich schnell durch den Garten und das Rudel benimmt sich zunehmen normal.
Gerade Ainra, welche für Binoche die stärkste Bindung darstellt, hatte die größten Schwierigkeiten. Aber heute liegen die beiden schon wieder gemeinsam auf der Recamière.
Mit einer ausgedienten Short aus Holgers Bestand bedeckt, kommt sie nicht an die Narbe – so kann diese in Ruhe abheilen. Im Gegensatz zu den unteren, amputieren Extremitäten scheint oben alles einigermaßen gut zu verheilen.

Binoche Xarit d`Afrique, 3 Tage nach Amputation des rechten Hinterlaufs

Am 25.05.2007 ist Binoche an der Pfote am rechten Hinterlauf eine Zehe amputiert worden. Das Gewebe war so stark zerstört, daß Binoche ohne ihre täglichen Verbände nur noch auf dem blanken Knochen dieser stark zerstörten Zehe gelaufen wäre. Wir hoffen mit dieser Maßnahme, den Rest der Pfote erhalten zu können, damit Binoche in Zukunft wieder mit ihrer Familie spazieren gehen kann.
Die folgenden Bilder sind nichts für schwache Nerven ...

Die Amputation am 25.5.2007

Zum Verbandswechsel am 27.5.2007

Was ist Neospora caninum?

Er ist klein und gemein, verursacht Fehlgeburten und stellt eine tödliche Bedrohung für Hunde und Rinder dar. Sein Name: Neospora caninum.
Der "neue Hundeparasit", so die sinngemäße Übersetzung, wurde erstmals in den 80- er Jahren des vergangenen Jahrhunderts im Gehirn eines Hundes entdeckt. Wenige Jahre später fanden Forscher denselben Erreger auch bei Rindern. Seitdem führen Wissenschaftler zwischen 20 und 40 Prozent aller unklaren Fehlgeburten bei Kühen auf das Treiben von Neospora caninum zurück. Nur: Wie kommt der Parasit vom Hund zum Hornvieh?
Landwirte scheinen die Antwort längst zu wissen: weil Hunde ihr Geschäft auf Wiesen und Weiden verrichten. Mit dem Kot wird nämlich auch der Erreger ausgeschieden, der dann von den Kühen aufgenommen wird. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Rinder auf der Weide frisches Gras fressen oder mit Heu gefüttert werden. Beim Rind gilt allerdings die Infektion über die Plazenta als einziger natürlicher Infektionsweg: Dabei überträgt eine bereits infizierte Kuh den Erreger während der Trächtigkeit auf ihr Kalb. Denn nicht jedes Tier, das sich angesteckt hat, wird auch augenfällig krank. Aus diesem Grund kann es vorkommen, daß frisch geborene Kälber den Parasiten bereits in sich tragen - lange bevor sie das erste Mal ins Gras beißen.
Damit Neospora caninum sich entwickeln und verbreiten kann, benötigt der Einzeller zwei Wirte - einen Zwischenwirt (Rind) und einen Endwirt (Hund). Im Zwischenwirt lagert sich der Parasit im Gewebe ab, vorrangig in Muskeln, Gehirn und inneren Organen. Frißt ein Endwirt infiziertes Gewebe, kann sich Neospora caninum im Darm des Hundes vermehren und Dauerstadien ausbilden.
Der Erreger benutzt Hunde allerdings nicht nur als End-, sondern auch als Zwischenwirte. In diesem Fall siedelt der Parasit nicht im Darm, sondern befällt das Gewebe des Hundes - ähnlich wie bei Kühen. Trächtige Hündinnen, die den Parasiten als Zwischenwirt beherbergen, können daher ihren Nachwuchs infizieren, so daß bereits Welpen den Parasiten in Muskeln und Organen in sich tragen.
Doch ob Hornvieh oder Hunde - infizierte Tiere müssen nicht notwendig erkranken. In den meisten Fällen verursacht der Erreger keine oder nur leichte Krankheitszeichen. Erst wenn sich Neospora massiv vermehrt, treten Entzündungsreaktionen im Gehirn auf. Meist sind Gangstörungen die Folge: Die Tiere stolpern, haben keine Kraft mehr in den Beinen und zittern. In schlimmeren Fällen kommt es zu Fieber und Atembeschwerden, die vereinzelt auch zum Tod der erkrankten Tiere führen können. Besonders gefährdet sind Welpen und Jungtiere.
Bislang sind Neosporen, also Infektionen mit Neospora caninum, eher selten. Aus diesem Grund erfolgt eine Diagnose oft erst nach mehreren Untersuchungen, da kaum ein Tierarzt an den neuen Hunde-Parasiten denkt. Da auch die Therapie oft problematisch ist, müssen hochgradig erkrankte Jungtiere im Regelfall eingeschläfert werden. Infizierte Muttertiere sollten nicht mehr zur Zucht verwendet werden.
Quelle: Tier und Gesundheit animal, Jg 1, 1 - 2003

Infektion

Hunde infizieren sich durch die orale Aufnahme von Parasitenstadien in infiziertem Gewebe, also Gewebszysten aus Gehirn und Muskulatur von Zwischenwirten oder aus Abortmaterial. Ob eine natürliche Infektion des Hundes durch die orale Aufnahme von sporulierten Oozysten möglich ist, konnte bisher noch nicht nachgewiesen werden. Unklar ist auch, wie viele Hunde unter natürlichen Bedingungen überhaupt Neospora-Oozysten ausscheiden. Trotz intensiver Suche nach Hunden, die unter natürlichen Bedingungen Neospora-Oozysten ausscheiden, sind bisher nur wenige Fälle diagnostiziert worden. Auch bei Safara und Binoche sind trotz nachweislicher Neosporen im Liquid und Serum keine Oozysten im Kot nachweisbar. (So wurden in einer deutschen Studie von 11586 Hundekotproben nur 0,009% als Oozysten von N.caninum diagnostiziert).
Neben dem gehäuften Auftreten von Aborten und hoher Jungtiersterblichkeit äußert sich die Neosporose durch Entzündungsreaktionen im Gehirn, hervorgerufen durch starke Parasitenvermehrung mit folgenden Ausfallerscheinungen, oft Muskelschwäche, wobei hier meist die Hinterhand am stärksten betroffen ist. Andere Krankheitsanzeichen können Fieber, Atembeschwerden oder Zittern sein. Der sichere Nachweis von Neospora caninum erfolgt mittels serologischer Antikörperbestimmung. Eine Behandlung betroffener Tiere ist möglich, jedoch gibt es zur Zeit kein Medikament, womit man den Parasiten gänzlich bekämpfen kann.
Quelle: Tierklinik Schön

Krankheitsverlauf bei Binoche (Stand 21.05.2007)


... und das sind die Bilder:
Vorherige Seite: Gesundheit  Nächste Seite: Cauda-Equina-Syndrom bei Ainra