Parvoviros Bericht einer betroffenen Züchterin

von Esther Albrand - Amber Magic Rhodesian Ridgeback Kennel

Namu´s (und die Ahadi-) Geschichte:

Namu wurde am 22.03.2010 mit 11 weiteren kleinen Geschwistern hier in unserem Esszimmer in einer kuscheligen Wurfkiste geboren.

Die ersten 4 Wochen waren geprägt vom Zusammenleben mit kleinen, zuckersüßen und gesunden, properen Welpen.

In der 5. Woche zeigte ein kleiner Bruder von Namu Schwierigkeiten beim Laufen.

Mit ihm - dem kleinen "Jules" - sind wir von Pontius nach Pilatus gefahren, bis hin zur Uniklinik in Hannover.

Auch dort wurde nichts festgestellt..."Das gibt sich mit der Zeit", wurde gesagt.

Zu Beginn der 7. Woche wurde Jules auf unser Drängen hin mittels MRT untersucht und es wurde festgestellt, dass

er ein Geburtstrauma erlitten hatte. Der 2. Halswirbel war gebrochen und der so genannte "Kallus", also die

Knochenneubildung hatte zwar den Knochen geheilt, aber dazu auch leider das Rückenmark eingeengt....

Dem kleinen Jules war nicht zu helfen - wir mussten ihn am 10. Mai 2010 erlösen.

Es vergingen 3 traurige Tage, bis einer von unseren Welpen plötzlich Durchfall und Erbrechen bekam...

Mit ihm fuhr ich in eine Kllinik.

Dort hieß es: "Das haben so Welpen schon mal, machen Sie sich keine Gedanken" und man schickte uns mit einer Spritze und guten Wünschen wieder nach Hause....

Am nächsten Tag fing der nächste Welpe mit Durchfall und Erbrechen an.

Am übernächsten dann 3 weitere und so fort...wie Dominosteine erkrankten sie... unsere Tierärztin (ein echtes Goldstück!) kam extra des sonntags in die Praxis und hat die Babys untersucht, und schickte

uns mit einer furchtbaren Verdachtsdiagnose in die Klinik Kaiserberg nach Duisburg.

Am Montag, dem 17.05.2010 waren alle 11 Babys in der Klinik - die Diagnose:

Parvovirose (http://de.wikipedia.org/wiki/Parvovirose)

Bei irgendeinem Arztbesuch hatte unser "Jules" sich mit dem Erreger infiziert und die Viren mit nach Hause gebracht, denn so ein kleiner Welpe ist noch nicht geimpft, und ein MRT hatten wir damals leider auch nicht im Keller  (haben wir bis heute nicht...!) (gilt für diejenigen die so schlaue Aussagen tätigten wie "wie kann man denn mit so einem kleinen Welpen in die Klinik fahren!" Sowas aber auch! Was hätten sie denn getan? Das Baby ersäuft???)

Leider kommen viele Menschen mit ihren (meist sehr) kranken Welpen ("für fuffzich Euro")  aus dem Ostblock in die Kliniken um sie dort untersuchuen zu lassen, und so kommen die Erreger in Umlauf.

Da die Parvovirose eine sehr agressive Viruserkrankung ist, und dagegen nur einige wenige Desinfektionsmittel helfen, hilft ein kurzes Abwischen des Untersuchungstisches eben nicht.

Von den Waagen in den Wartezimmern ganz zu schweigen - die sind eine wahre Ansammlung von Erregern, quasi echte "Bazillenschleudern".

Mein Geburtstag am 18.05.2010 war einer der traurigsten Geburtstage meines Lebens - alle Babys in der Klinik, und die Prognose war nicht sehr erbaulich, denn in der Regel ist diese Erkrankung meist tödlich...Auch unsere geliebte Hündin war erkrankt, hatte aber dank der regelmäßigen Impfungen nur eine leichte Verlaufsform und kaum Symptome.

So bangten wir hier um unsere Welpen, unsere Welpeneltern (denn die Kleinen waren schon alle längst vergeben, und die neuen Eltern warteten auf die Babys), mein Partner (der mir übrigens eine wahnsinnige Hilfe  - und der "Currywurst-Pommes-Bringer" erster Güte war - ich verlor dennoch 10 Kilo in dieser Zeit...) und viele liebe und echte (!!!) Freunde, allen voran die Besitzer des Deckrüden (unbezahlbar!) drücken alle verfügbaren Daumen....

2 der kleinen Mäuse haben es leider nicht geschafft - sie erkrankten zusätzlich an einem MRSI-Klinikkeim (multiresistenter Keim "Staphylokokkus intermedius" http://de.wikipedia.org/wiki/Staphylococcus_intermedius) ) und haben die daraus folgende Lungenentzündung nicht überstanden (wir haben die Welpen obduzieren lassen um zu wissen, woran sie genau verstorben waren).

2 Mal kam abends ein Anruf aus der Klinik "wir müssen Akilah erlösen", ..."wir müssen Bluu erlösen" - danach hatte ich immer Panik wenn das Telefon klingelte...

Vor allem - man versuche den künftigen Welpeneltern so etwas mitzuteilen, wenn man selbst völlig fertig ist....

Dennoch - der Kampf, die Tränen, die "grauen Haare" und zuletzt auch die finanzielle Investition (um die 10.000 Euro insgesamt - sch... was drauf!) haben sich gelohnt - es haben 9 Babys überlebt, was laut dem Arzt der Klinik fast ein kleines Wunder war.

Er sprach von "guten Genen", und davon bin ich bis heute überzeugt.

Im Anhang auch ein Beispielbild - so sahen sie alle aus, als sie aus der Klinik kamen, etwa 9 Wochen alt, und knapp 5 Kilo schwer...

alle wurden aufgepäppelt und dann mit etwas über 10 Wochen durften sie zu ihren Welpeneltern.

Namu blieb hier....der kleine Mann, der wie seine Geschwister so tapfer gekämpft hat, blieb bei uns.

Und auch ihn päppelten wir auf, so dass er nun mit über 2 1/2 jahren ein großer, stattlicher und gesunder Junge ist.

Warum ich das schreibe? Um allen Zweiflern, Neidern, Lästerern  und Dummschwätzern endlich mal das Maul zu stopfen.

Das hier soll keine Polemik sein, ich will kein Mitleid, kein Bedauern - sondern einfach nur meine RUHE und Verständnis für das Erlebte.

Ich will und werde mich nicht mehr rechtfertigen, warum ich Namu so lieb habe, und warum ich  - wir - so wahnsinnig stolz auf ihn bin/sind!

Weil es ist, wie es ist.....!

p.s. Übrigens - Parvovirose ist nicht erblich....! ;)

Diesen Bericht hat sich Frau Albrand "von der Seele geschrieben", weil es - wie immer im Leben - viele perfekte, alles besserwissende und belehrende Menschen gibt, die aber im Grunde nichts anderes tun als jene zu verletzen, die alles geben. Leider mussten wir das auch mehrfach schmerzlich erleben.

Danke, Esther, dass wir diesen Bericht unserer Rubrik "Gesundheit" befügen dürfen <3

Frau Albrand steht Betroffenen gerne hilfreich zur Seite: www.amber-magic.de und  caneesha@amber-magic.de. http://de.wikipedia.org/wiki/Parvovirose

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