Der erste Nachwuchs

Dann kam der entscheidende Moment. Im Frühjahr 2003 war klar, dass sich bei Silvia im Herbst des Jahres beruflich einiges ändern würde. Plötzlich tat sich ein Zeitfenster auf, welches nicht abzusehen war. Es scheint eine vierteljährige Auszeit möglich und somit konnte an einen Wurf gedacht werden.

Von vornherein war klar, es würde nur dann Babys geben, wenn ich gesund bin und alle Tests negativ bzw. ohne Befund sind. Ebenso wie ZX. Also wurden im Herbst neuerliche Gesundheitschecks durchgeführt. Da bei beiden alle Werte vom Veterinär als ausgezeichnet bewertet wurden und das Umfeld ebenso sorgfältig vorbereitet werden würde stand dem Gedanken nicht mehr viel im Weg.

Daraufhin wurde der Kennel Xarit d´Afrique = Freund aus Afrika bei der FCI angemeldet. Der Garten und das Haus sukzessive Welpen fest gemacht. Es mussten giftige Pflanzen entfernt, Bäume und Sträucher geschnitten werden. Zäune wurden neu angebracht und die Enten zogen in den ehemaligen Nutzgarten um.

Im August bestand ich meine Zuchtzulassung und die FCI sendete die Zwingerschutzkarte zurück. Mitglieder der Zuchtkommission, des Club E.L.S.A. haben die Zuchtstätte abgenommen. Dann begann der „handwerkliche“ Teil. Martin Moisch baut für mich meine Wurfkiste – herzlich Dank Martin. Es muss ein Welpengitter bestellt werden. Es sind so Fragen zu klären wie: Wärmelampe (Kaltlicht) oder Wärmeplatte? Eine digitale Babywaage wurde ebenso angeschafft wie unendlich viele Molinea Unterlagen.

Die Züchtervorbilder der Zweibeiner sind vor allem Karin van Klaveren (Kisangani), Marko & Davina Becker (Rhokoori), Mariette van der Veer & Renz Trappen (Vizara). Hier haben die beiden viel Zeit an den Wurfkisten verbracht und sich vieles abgeschaut. Holger war sich nach 3 Wochen schon sicher - er wollte Alané behalten. Silvia hatte ihr Herz gleich an Ainra "Ms. Little" verloren. Die kam, als kleinste des Wurfes, mit gerade 190g zur Welt. Allerdings hatte Ainra gleich eine Fanclub und die ersten Anfragen.

Schweren Herzens hat Silvia dann die Kleine an ein junges Paar gegeben welches Ms. Little unbedingt zu einem Rettungshund ausbilden wollte. Seit, damals drei Jahren, führten die beiden schon einen Retriver-Rüden als Rettungshund.

Leider hatte es Ms. Little nicht gut. Nach 5 Tagen kam sie wieder zu uns nach Hause zurück. Die Gründe sind ebenso unverständlich wie die Reaktion welche meine Tochter leider heute noch zeigt. Es scheint, sie hat ein Trauma, was fremde Hunde und fremde Menschen anbelangt. Gleichgroße oder gar größere Hunde meidet sie. Und an eine Ausstellung oder Zuchtzulassung ist nicht zu denken. Immer wenn sie sich einer Begutachtung stellen soll verweigert sie sich aufs heftigste.

Nachdem Ainra wieder nach Hause kam war Silvia nicht davon abzubringen den kleinen Liebling zu behalten und nie wieder in fremde Hände zu geben. Die beiden hängen auch wirklich wie Kletten aneinander. Und so wuchs das Rudel von geplanten drei auf vier Hunde.

Die Zweibeiner haben schon zugegeben, wie voreingenommen sie im Vorfeld waren. Wie sicher sich die beiden waren, selbst nie in die Situation zu kommen, sooo viele Hunde zu haben - und heute?!

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